Boxercup Finale

Vor den Gesamtsieg haben die Renngötter den Schweiß gestellt, haarscharfe Windschattenduelle und den Schräglagen-Fight um jede Zehntelsekunde. Als Meister der Vollgas-Disziplin zelebrierte der Österreicher Thomas Hinterreiter vom BMW Motorrad Austria-Team Hinterreiter in den acht internationalen BoxerCup-Läufen der Saison 2004 die hohe Kunst der schnellen Fortbewegung. In der vergangenen Saison landete er noch auf dem 4. Gesamtrang - was seinen Ehrgeiz erst richtig anstachelte. Dass er sich für dieses Jahr einiges vorgenommen hatte, demonstrierte er bereits eindrucksvoll mit seinem Teufelsritt beim Saisonauftakt im amerikanischen Daytona.

In sieben Läufen beeindruckte er Zuschauer und Konkurrenz mit fast makelloser Bilanz: Im hart umkämpften R 1100 S Markencup schaffte er es sechs Mal aufs Podium! In Le Mans und Assen kreuzte er als erster die Ziellinie. So konnte er den Gesamtsieg bereits beim 7. Lauf im tschechischen Brno dingfest machen. Lohn der wilden Entschlossenheit: ein brandneues BMW M3 Coupé. Sein zielführendes Erfolgsrezept fällt so trocken wie effektiv aus: "Einfach den Gasgriff so lange wie möglich in Vollgas-Stellung halten!"

Grande Finale: Doch noch war eine Schlacht zu schlagen. Im Rahmen des MotoGP Finalwochenendes setzte sich direkt nach dem MotoGP-Lauf vor sensationeller Kulisse die wilde Horde der R 1100 S Zweizylinder letztmalig auf der Rennstrecke in Szene. "Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist", kommentierte BMW Motorrad Motorsportchef Berthold Hauser das Abschlussrennen des BMW Motorrad BoxerCup. In 4 spannenden, internationalen BoxerCup-Jahren erlebten die Motorradfans fairen Vollkontakt-Rennsport der Extraklasse auf einigen der renommiertesten Rundstrecken der Welt. So gastierte der bestdotierte Motorrad-Markencup in Daytona, Le Mans, Magny Cours, Mugello, Assen, Spa, Donington, Oulton Park, Brno, Valencia, Barcelona, Oschersleben sowie am Sachsenring.

Viele Motorrad-Journalisten und weitere VIP-Fahrer machten dabei hautnah die Erfahrung, was es heißt, sich in diesem hochklassigen Feld der internationalen Vollgas-Artisten behaupten zu müssen. Darunter 500er Grand Prix Legenden wie Cadalora, Schwantz, Martinez und natürlich der sympathische BoxerCup Botschafter Randy Mamola. Für die amerikanischen Fans kommentierte Greg White auf Speed Channel seinen Tiefflug durch das legendäre Oval von Daytona 2004 sogar live mit Onboard-Kamera. Racing at its best!

BMW Motorrad dankt den Fahrern, Sponsoren, Teams, Organisatoren sowie allen Beteiligten für faszinierend vorgetragenen und professionell durchgeführten Rennsport!

Für 2005 rüstet BMW Motorrad auf: Im kommenden Jahr nimmt das K-Konzept die sportliche Herausforderung an. Das brandneue Naked Powerbike K 1200 R wird den Motorsportfans mit einem eigenen Markencup einheizen.

 

Aber noch geht es auf dem Circuit de la Comunitat Valenciana Ricardo Tormo bei besten Rennbedingungen auf 18 Runden um Punkte und Lorbeer. Lorbeer in Form eines BMW Z4 2.2 und einer R 1200 GS - die Preise für den 2. und 3. Gesamtplatz der BoxerCup-Saison 2004. Heiße Anwärter sind Brian Parriott (USA, 107 Pkt., Auto Sport Busquets), Roberto Panichi (ITA, 103 Pkt., Dream Car Team) und Markus Barth (D, 99 Pkt., BMW Niederlassungen Boxer Racing). Noch lohnt sich jede Attacke bis in die letzte "Curva Adrian Campos".

Green lights: Die 30 Flat-Twins jagen auf die Curva Aspar am Ende der 876 Meter langen Zielgeraden zu - eine Schlüsselstelle, die zu wilden Überholmanövern einlädt. Auf 4.005 Metern bietet die technisch sehr anspruchsvolle Strecke neben hervorragendem Grip auch zahllose Möglichkeiten, die Ideallinie zu verpassen. 5 Links- und 9 Rechtskurven wollen ideal bezwungen sein. Beim 170-Grad-Linkshänder "Curva Doohan" kommen dabei die Curbs den Zylinderköpfen nervenzerreißend nahe.

Aus der ersten Reihe starten Legrelle, Parriott, Hinterreiter und Giabbani. Schnell formiert sich eine Spitzengruppe aus Legrelle (45), Mertens (21), Panichi (99), Parriott (46) - und Gwen Giabbani (71), dessen beste Platzierung in dieser Saison ein fünfter Rang in Brno war. Mertens spielt seine ganze Erfahrung aus und schiebt sich an Legrelle vorbei an die Spitze. Vielleicht nur, um seinen Schatten Panichi loszuwerden, der schon wieder an seinem Hinterrad klebt? Bei der allzu optimistischen Verfolgung wirft Panichi sein Renngerät bei maximaler Schräglage ins Aus. "Down is out" - so bestimmt es das Reglement. Bitter für Panichi, denn damit ist der 3. Gesamtrang unerreichbar geworden.

Aber auch Lieblingsrivale Mertens vergeht das Lachen - vom aufsetzenden Zylinder löst sich das Carbon-Cover - in der Schlussphase wird Mertens daher von der Strecke gewunken. Zuvor hatte er in der Spitzengruppe mit Giabbani und Legrelle noch hervorragende Führungsarbeit geleistet - die Verfolger waren bereits um 10 Sekunden distanziert. Drei Runden vor Schluss verzeichnet Hinterreiter mit Motorschaden seinen ersten Ausfall der Saison. Damit ist der Weg frei für Giabbani (71) und Legrelle (46), die sich gegenseitig heftig attackierend über den Kurs jagen. 2 Runden vor Schluss trifft Giabbani in der Curva Aspar die bessere Linie - diese Führung lässt er sich bis zur karierten Flagge nicht mehr nehmen und fliegt seinem ersten Saisonsieg entgegen. Auf Platz 3 landet nach entfesseltem Alleinflug José Nion (18).


(v. l.:) Barth, Hinterreiter, Cooper, Parriott

 

Young Stars

Die jungen Wilden (bis 21 Jahre) fuhren beim BoxerCup 2004 ihre eigene Wertung aus. Beim Sturm und Drang auf den Gesamtsieg ging es nicht nur um die Rückvergütung des Startgeldes der Saison 2004, sondern auch um einen MINI Cooper, den der Sieger mit nach Hause nehmen wird. Vor dem letzten Rennen erhob der Brite Richard Cooper (47) vom Team BMW Motorrad Great Britain mit 131 Punkten den Führungsanspruch. Nomen est Omen: "Schließlich trägt das Auto schon meinen Namen, das sollte doch ein eindeutiges Signal sein." Dass der Weg an die Rennsport-Spitze allerdings auch schon mal steinig ausfallen kann, erfuhr er im Qualifying abseits der Piste. Guillaume Dietrich (9, Team Reseau France) mit 121 Punkten auf Platz 2 ging in Valencia zum Angriff über, wurde mit einem hervorragenden 4. Rang bester YoungStar. Allerdings hatte sich Cooper an sein Hinterrad geheftet und belegte den 5. Rang. Die daraus resultierenden 20 Punkte brachten ihm unangefochten den Sieg in der YoungStar-Wertung. Glückwunsch zum MINI Cooper, Mr.Cooper!

Autor

Bericht vom 08.11.2004 | 7.427 Aufrufe

Du hast eine Neue?

Verkaufe dein Gebrauchtmotorrad im 1000PS Marktplatz.

Inserat erstellen

Passende Gebrauchte und neue Motorräder

Pfeil links Pfeil rechts

Empfohlene Berichte

Pfeil links Pfeil rechts