Ducati Monster 1100Evo
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Ducati Monster 1100 Evo |
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Die Monster brennt den Ätna ab. Race to the sky zwischen Schutt und Asche. | |
Wer sehen möchte, wie die Welt nach einem Atomkrieg aussehen würde, sollte einmal den Ätna besuchen. Der mit über 3.300 Meter höchste Vulkan Europas im Osten Siziliens bietet genau das, nämlich nichts. Eine tote Mondlandschaft aus erkaltetem Vulkangestein, Schutt und Asche. Und statt heißer Lava gibt's kalte Luft und Schnee. Denn im April ist es dort oben noch nicht ganz so warm. Wenn dann auch noch die zwei debilen Kellner im Café Turistico eine halbe Stunde für einen Espresso doppio brauchen, steht man selbst kurz vor dem Ausbruch. Doch in jeder noch so tot scheinenden Gegend kann man Leben finden. Plötzlich beginnt es unter dir zu grummeln, dann zu bollern, der Asphalt fängt an zu vibrieren und dir wird klar, dass du gerade ein Monster aus dem Schlaf geholt hast. |
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Statt heißer Lava gibt's kalte Luft und Schnee. |
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Exakt am 5. März des Jahres 1993 nach Christi Geburt beginnt die
Erfolgsgeschichte der Monsterbaureihe. Bis heute wurden sage und
schreibe 246.483 Monster in den heiligen Hallen von Bologna produziert.
And counting. Die Familie befindet sich bereits in der 3. Generation, in
den Jahren 2000 und 2008 gab es jeweils einen Modell-wechsel. 2011 ist
die Monster bei der 1100Evo angekommen, mit dem stärksten Desmodue aller
Zeiten und in einer Form, die ebenso zeitlos ist wie die ihrer
Vorgängerinnen. Das neue Heck, die schlanken Felgen, der seitlich
geführte 2-in-1-in-2 Auspuff und die zwei Farbvarianten mit
sportlichem Mittelstreifen verleihen der Evo die Aura des Absoluten,
Unverbesserlichen. Nach anfänglicher Skepsis bei der Präsentation der
"New Monster" habe ich jetzt keine Zweifel mehr am Design der nackerten
Italienerin. Rote Nähte auf der Sitzbank, eine Gabel in der delikaten
Farbe "Champagner matt" und rote Felgenbänder runden den optischen
Leckerbissen genussvoll ab. Zudem ist es möglich, die Schönheit mit der
Ducati Monster Art zu individualisieren, zum Beispiel im GP Replica
Design mit der Nummer 46. Man muss sich ständig auf's Neue entscheiden:
Aufsitzen und fahren oder den ganzen Tag anschauen. Wir entscheiden uns
für den Ritt auf dem Vulkan. Das herrlich gezogene Asphaltband hinauf zum Ätna ist die Reibfläche und die Monster ist das Streichholz. 100 PS und 105 Nm sind vielleicht nicht genug, um die Erdkruste aufzureißen und tektonische Platten zu verschieben, aber es reicht, um kräftige Spuren im Asphalt zu hinterlassen. Der optimierte Zweiventiler zieht von unten heraus druckvoll durch und hält oben noch einen Extra-Punch für den Todesstoss genau ins Herz der Gegner bereit. Man hat nicht das Gefühl, auf einer Kiste Dynamit zu sitzen, aber auf einem gut gefüllten Pulverfass. |
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Traction Control und ABS in jeder Monster 1100 Evo. |
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Im "voll attackieren-alles riskieren" Modus muss man die Gänge auspressen wie
eine Zitrone und der Begrenzer ist kein sanfter, ein coitus interruptus
durch unbefugtes Eintreten der Eltern ist ein Dreck dagegen. Wieso man
seine Gegner trotzdem locker im Griff hat? Zunächst liefert das Fahrwerk
bestehend aus einer 43 mm Marzocchi Gabel und einem progressiven Sachs
Federbein, beides natürlich voll einstellbar, ein hohes Maß an
Transparenz und Feedback. Das Trockengewicht wird mit 169 Kilo
angegeben, damit sollte sie auch mit allen Flüssigkeiten deutlich unter
der 200er Marke bleiben. Addiert man noch den Radstand von 1450 mm,
ergibt das ein spielerisches Handling mit High Performance Anspruch. Die
radialen 4-Kolben Brembo Blöcke auf 320 mm Scheiben sind über jeden
Zweifel erhaben und damit auch wirklich nichts passieren kann, gibt uns
Ducati serienmäßig das Ducati Safety Pack mit auf den Weg. Moment mal,
Schnitt, Cut! Wie bitte was? Ducati mitten in der
Sicherheit-für-alle-und-immer-Diskussion? Traction Control (für jene,
die nicht beschleunigen können) und ABS (für jene, die nicht bremsen
können) in jeder Monster Evo? WTF? Ich habe grundsätzlich nichts dagegen, wenn man ein Motorrad fahrbarer und einer breiteren Klientel zugänglich macht. Den Lenker um 20 mm zu erhöhen und die immer noch angenehme Sitzhöhe von 810 mm (796: 800 mm, 696: 770 mm) sind begrüßenswerte Aspekte an der Evo. Aber ihr ganz plötzlich von purer Angst gezeichnete Überlebensmottos wie "safety first" und "play it safe" auf den Leib zu brennen, trifft auf allgemeines Unverständnis. Sind wir wirklich schon so weit? Zu allem Überfluss mahnte uns Ducati, heute ausnahmsweise am Boden zu bleiben und die Wheelies in der Trickkiste zu lassen. Aua. Dabei war ich optimistisch, dass die Monster 1100 Evo ein biologisch einwandfreies Spaßmotorrad sein könnte. Schnell wieder an was Schönes denken. Schön ist, dass es sich um ein state-of-the-art ABS handelt und man damit sehr sportlich verzögern kann, ohne dass einem das System dazwischen pfuscht. Schön ist auch die erhöhte Verdichtung von 11,3:1 (10,7:1), die durch die Neuberechnung der Kolben erreicht wurde. Zur Steigerung der Sportlichkeit wurde zudem das Schwungrad aus der 848 übernommen und eine neue Nasskupplung verbaut. Und sehr schön ist, dass man nur alle 12.000 Kilometer zum Service muss. |
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Das Gute hat wieder gesiegt. Die Monster 1100 Evo bleibt trotz einer verzichtbaren Menge an Elektronik-Schnick-Schnack ein ehrliches Nakedbike in bester bologneser Tradition. Sie ist nicht nur die schönste "New Monster", sondern auch die schnellste. Die inneren Werte sind mit 100 PS und 105 Nm ebenso ausgewogen wie die äußeren. Mit ein paar Performance Parts aus dem roten Buch der Ducati Originalteile steigt sie sowieso in die allerhöchsten Ränge auf. Nur vergangenheitsfixierte Traditionalisten können sich dem neuen Design jetzt noch entziehen. Für mich der erste echte Klassiker der neuen Generation. |
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Ducati Performance Parts |
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Interessante Links: |
Text: kot |
Fazit: Ducati Monster 1100 Evo 2011
Die Monster 1100 Evo bleibt trotz einer verzichtbaren Menge an Elektronik-Schnick-Schnack ein ehrliches Nakedbike in bester bologneser Tradition. Sie ist nicht nur die schönste "New Monster", sondern auch die schnellste. Die inneren Werte sind mit 100 PS und 105 Nm ebenso ausgewogen wie die äußeren.- Anspruchsvolles Design
- angenehme Sitzbank
- gutes Traktionskontrolle
- ABS
- spielerisches Handling.
- Teilweise überflüssige Elektronikteile.
Bericht vom 20.05.2011 | 19.229 Aufrufe
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